Die Hohe Wand ist von Wien aus am schnellsten zu erreichen und hat den Vorteil, daß man entlang der Flanken bei anstehendem Ost- bis Südwind gut soaren kann. Die Wand löst thermisch schon im März gut ab (Wir erreichten eine Startüberhöhung von ca. 400 m). Manchmal ist es auch im Hochwinter möglich, durch Ablösungen des Felsgesteins eine Stunde oder länger in der Luft zu bleiben. Leider ist die Hohe Wand nur 900 Meter hoch und deswegen in dieser Jahreszeit oft in den Nebel des Wiener Beckens getaucht. Auch die Windexponiertheit dieses Berges ist ein Problem - vor allem bei präfrontalen föhnigen Südlagen. Oft kann man auf der Rax noch starten, wenn es hier schon zu stark kachelt. Optisch gibt dieses Fluggebiet einiges her - man denke nur an den bei klarer Luft möglichen weitreichenden Ausblick in Richtung Schneeberg und nach Ungarn. Die Streckenmöglichkeiten sind zwar nicht so traumhaft wie auf der Rax, jedoch trotzdem ganz gut - man kann z.B. an guten Tagen über Plackles (beim Sender am südwestlichen Ende der Hohen Wand) zum Hengst und weiter zum Schneeberg bzw. zur Rax fliegen. Für Anfänger ist es hier leicht, nach der Grundausbildung bei dynamischen Bedingungen den ersten Nicht-nur-Gleitflug zu absolvieren - was für ein Erlebnis! Ideal ist die Hohe Wand auch für Flüge nach der Arbeit, da sich sehr oft bei leichten Ost- bis Südwinden eine Umkehrthermik einstellt : Die Felsen kühlen sich schneller ab als der noch sonnenbeschienene Talboden, und die an den Wänden absinkende (kältere) Luft löst gespeicherte Wärmeenergie von Bäumen und Wiesen ab. Der Wind trägt schlußendlich noch wesentlich zur Abendthermik bei : Er drückt die Warmluftpakete zur Wand und liefert dadurch den sehr angenehmen, unturbulenten Aufwind. War der Tag jedoch thermisch unergiebig, so ist auch keine nutzbare Abendthermik zu erwarten (Zitat W.Zach).
Treffpunkt ist der Gasthof Postl, wo man immer die sehr forsche und dennoch überaus symphatische Wirtin samt Familie auffindet. Von der Terrasse aus kann man das Fluggeschehen sehr gut beobachten, ideal geeignet zum Apres-Flying in der warmen Jahreszeit.
Nachwort zum ehemaligen hiesigen Fluglehrer Wolfgang Zach.
Oststart
Einfacher, flacher Hang in einer Waldschneise. Vom Gasthof Postl geht man ca. 15 Minuten, um dann völlig außer Atem am Startplatz eine rauchen zu können. Der Starthang wurde 2003 am Südrand ausgeschlägert, dadurch sind die Verwirbelungen bei laminarer SO- oder SSO- Lage wesentlich geringer. Der Starthang ist ab dem ersten Drittel jetzt fast doppelt so breit.
Achtung bei starkem Südwind: Rotor unterhalb d. Weges,
Wind O bis SO mit 10 km/h (ideal) Höhenunterschied ca. 300m Schwierigkeitsgrad leicht, bei starkem S-Wind nur für erfahrene Piloten
Nur mutige Piloten fahren bei Zeitdruck (z.B. wenn das Thermikende naht) mit dem Auto auf diesen Startplatz hinauf. Als Privilegierte gelten hier die Jeep- bzw. Allradbesitzer, da diese mit so einem Wagen im Gegensatz zu den Vorderradantrieb-Fahrern den Zufahrtsweg nicht ruinieren (und demnach bei Ertappen auch keinen Rüffel bekommen).
Südstart
Start über steile Felskante, .
Nur für Piloten, die den Start sehr gut beherrschen
Staugefahr, da der Startplatz nur für einen Schirm Platz bietet. (Außerdem wollen da auch Drachenflieger starten - ABER : nichts gegen Hängebauch ... ähh Hängegleiter!)
Wind SO bis SW Höhenunterschied ca. 260m Schwierigkeitsgrad schwer, sehr kurzer Startplatz
turbulent bei starkem Ostwind
Neuer Startplatz Almfrieden
Seit kurzem gibt auf der Hohen Wand einen weiteren Startplatz. Dieser befindet sich beim Gasthof Almfrieden und bietet eine flache Startwiese ähnlich dem Oststart. Der neue Startplatz ist gegen Südost ausgerichtet, bietet also leider keine Erweiterung des Fluggebietes Hohe Wand für Starts bei Wind aus Südwest oder Nordwest.
Wind O bis SO Höhenunterschied ca. 260m Schwierigkeitsgrad mittel bis schwer
turbulent bei Thermik und Südwind (Rotoren)
Felsabbruch (Klippe) auf der rechten SeiteDa die Wiese flach ist und sich im Lee der Wand befindet, kann es bei Thermik bzw. stärkerem Wind zu Verwirbelungen kommen. Dies mag auch der Grund dafür sein, warum dieser Startplatz für Schulungsflüge nicht zugelassen wurde.
Die besten Fliegergrüsse ergehen an: Wolfgang, "Zacherl" und alle anderen Teammitglieder.
Unsere Empfehlung: Da dieser Startplatz keine Zulassung hat, sollten keineswegs Flugneulinge sondern nur routinierte Piloten dieses Startgelände frequentieren. Ob letztere allerdings am Südstart nicht besser aufgehoben sind (laminarer Wind) verbleibt offen.
Landeplätze:
Für Paragleiter gibt es auf der Hohen Wand 3 Landeplätze.
Der übliche (=Absauflandeplatz) befindet sich neben der ersten Haarnadelkurve am Fuße der Felswand. Der Hügel mit Windsack im oberen Bereich ist ideal zum Landen, wird aber häufig bei etwas stärkerem Wind verfehlt. Von dort aus gelangt man per Autostop meistens sehr schnell wieder nach oben, da Paragleiter und Drachenflieger furchtbar nette Menschen sind und immer stehenbleiben, oder?
Für Thermik-Geier gibt es einen herrlichen Toplandeplatz, vielleicht 100 m vom Gasthof Postl entfernt. Das ist auch der Grund, warum einen beim Anblick dieser riesigen Wiese das Absaufen besonders ärgert. Bei stärkerem Wind jedoch kann der Anflug sehr turbulent und vor allem schnell vonstatten gehen (Sinkraten zwischen 4 - 5 m pro Sekunde, bin ich etwa Fallschirmspringer?)
Für Vergleichsflüge und Schirm-Anfänger gibt es noch den Landeplatz in Meiersdorf, der aber von Paragleitern so gut wie gar nicht benutzt wird.
Weitere Infos:
Neue Flugschule auf der Hohen Wand
Nach einigen orientierungslosen Jahren gibt es auf der Hohen Wand wieder eine erstzunehmende Flugschule. Der doch eher erfolglose Vorgänger wurde durch die Flugschule Fly Hohe Wand abgelöst.
Wolfgang Pollak zeigt sich sehr engagiert neue Piloten auszubilden und versorgt die "alten" Hasen mit dem Stoff, aus dem die Träume sind. Zwei erfahrene Flugelehrer bringen Neulinge auf dem Übungshang sanft in die Lüfte.
Geeignete Wetterverhältnisse
Ideal für die Hohe Wand sind Südost-Winde, wegen der vorher genannten Soaringmöglichkeiten. Leider haben wir sehr oft Nord- bzw. Westlagen, wo klarerweise nicht geflogen werden kann. Bei diesen Verhältnissen sollte man eher zum Sonnwendstein fahren.
Für detaillierte Wetterauskünfte vor Ort steht die Flugschule Fly Hohe Wand unter +43 (0)2638 22860 bzw. +43 (0)650 3000584 zur Verfügung. Alternativ dazu kann man auch beim Gasthof Postl anrufen (+43 2638 88212).Schwierigkeiten & Gefahren
- böiger präfrontaler Südwind und -Föhn
- tückische Startplätze
- starke Turbulenzen beim Anflug auf den Toplandeplatz
- Verwirbelungen in den Felsbuchten (Rote Wand)
- Kollisionsgefahr an Wochenenden in den PulksAnfahrt
A2 Richtung Süden bis Wöllersdorf (40 km). Direkt nach der Abfahrt bei der Gabelung rechts abbiegen, nach Markt Piesting dem Schild "Hohe Wand" folgend durch Dreistetten, Gaaden und Stollhof brausen und bei Meiersdorf über die an Sonn- und Feiertagen mautpflichtige Höhenstraße (Tip: Paragleiter und Drachenflieger zahlen nur die Hälfte) auf die Hohe Wand fahren.Startgebühren
Kurt Freudenthaler vom Soaring Club (SC) Hohe Wand hat uns folgende aktualisierte Informationen zum Thema Startgebühren zukommen lassen:
1) SC Tageskarte ist gleichgeblieben: 5 Eiro (€), lösbar z.B. beim Gasthof Postl
2) SC Wochentag Jahreskarte gibt es nicht mehr - war nicht mehr gefragt (basta, schluss, finito.)
3) 365 Tageskarte vom Soaring Club Hohe Wand wird über Flugschule Fly Hohe Wand verkauft. Starke Nachfrage, wie uns erzählt wurde.
4) Die Aufnahmegebühr für den Soaring Club Hohe Wand (SC-HW) ist einmalig 75 € und jährlich ist man für nur 35 € flugberechtigt. Startleiter macht jeder vom SC-HW der anwesend ist, und nicht mehr mit dem komplizierten Eintragungssystem von früher.
5) SC Mitglieder, welche sich als Kassier betätigen wollen, können Tageskarten um 5 € verkaufen (aber nicht fürs eigene Säckel!)
6) Unter der Woche gilt der gleiche Betrag wie an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen
7) Wenn die Tageskarte nach dem Flug gelöst wird, kostet diese 10 € (notorische Schwarzflieger aufgepasst!)
8) Es wurde ein sogenannter "Flughörnchen" - Pardon für den "Club Fly Hohe Wand" eingeräumt: Es besteht ein Abkommen zwischen dem SC und dem Club Fly Hohe Wand dass mit 40 € im Jahr vom 1.1. bis 31.12. die Nutzung für Start und Landung auf den 2 SC Startplätzen (Süd und Ost) und den 3 SC Landeplätzen (Top, bei der Kurve und Talmitte) gestattet ist. Die Mitgliedschaft beim Club Fly Hohe Wand ist dazu erforderlich. Neue "Club Fly Hohe Wand" - Mitglieder die erst später im Jahr einsteigen zahlen pro Quartal um 10 € weniger (1Q = 40 €, 2 Q = 30€, 3Q = 20€, 4.Q nur mehr 10 €). Diese Mitglieder weisen sich durch ihre Clubkarte mit Lichtbild aus.
9) Some News: Die Start- und Landeplatzinfrastruktur wurde mit genügend Windsäcken und Windfahnen ausgerüstet. Im Winter werden die weissen Windfahnen gegen rot/weisse getauscht um die Erkennbarkeit von Schneehasen am Landeplatz zu verbessern. Die Verbreiterung vom Ost Start hat viel dazu beigetragen dass die Paragleiter verstärkt diesen Startplatz nutzen.
.....See you in the Sky !